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Heftige Ausschreitungen nach Brandanschlag

Ein palästinensischer Jugendlicher, der bei Protesten im Westjordanland am Freitag durch Schüsse verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Palästinensischen Ärzten zufolge starb der 17-Jährige am frühen Samstagmorgen. 

Am Freitag war es vielerorts im Westjordanland und in Ost-Jerusalem zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Auslöser war ein Anschlag auf ein palästinensisches Wohnhaus, das mutmaßlich von jüdischen Extremisten in Brand gesteckt wurde. Dabei starb ein Kleinkind. Mindestens drei weitere Familienmitglieder wurden schwer verletzt.

Soldaten mit Steinen beworfen

Die Proteste, bei denen der Teenager verwundet wurde, ereigneten sich am Freitag nahe Birseit nördlich von Ramallah. Palästinensischen Angaben zufolge hatten Jugendliche an einem Militärposten israelische Soldaten mit Steinen beworfen. Die israelische Armee hingegen erklärte, der Jugendliche habe mit einer Brandflasche auf die Soldaten gezielt. Daraufhin hätten die Soldaten auf ihn geschossen. 

Palästinensischen Angaben zufolge wurde am Freitag auch in Gaza ein Jugendlicher durch israelische Schüsse getötet. Ein weiterer wurde verletzt. Eine Armeesprecherin sagte, die Jugendlichen hätten sich den Grenzzaun zwischen Gaza und Israel genähert. Einer der beiden Verdächtigen habe auf Aufforderung und Warnschüsse nicht reagiert. Daraufhin hätten die Soldaten auf seine Beine gezielt.

Cara Delevingne bricht peinliches Interview ab

Die Moderatoren des US-Senders Good Day Sacramento führten ein ziemlich peinliches Interview mit Schauspielerin Cara Delevingne. Die Antwort der 22-Jährigen ließ nicht lange auf sich warten.

Merkel will offenbar eine weitere Amtszeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) hat sich offenbar entschieden, bei der Bundestagswahl 2017 noch einmal anzutreten. Bei einem Strategietreffen mit ihrem Generalsekretär Peter Tauber und CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler habe sie bereits besprochen, wer für die Kampagne der Union in gut eineinhalb Jahren zuständig sein soll, berichtete der "Spiegel".

Seehofer hat die absoluter Mehrheit zum Ziel

Es solle keine externe Kampagne für die Wahlkampfführung geben, wie sie einst der frühere SPD-Bundesgeschäftsführer Franz Müntefering für Gerhard Schröder gegründet hatte. Stattdessen solle die Kampagne vom Konrad-Adenauer-Haus aus geführt werden. Als Ergebnis der Unterredung seien schon erste Helfer angesprochen worden. 

Mit CSU-Chef Horst Seehofer habe die CDU-Vorsitzende vor einigen Wochen strategische Fragen des Wahlkampfs erörtert. Seehofer sei dafür, dass die Union eine absolute Mehrheit als Wahlziel ausgebe. Merkel habe sich skeptisch gezeigt, schrieb der "Spiegel". Intern habe sie erklärt, sie werde die Entscheidung über eine erneute Kandidatur offiziell erst Anfang 2016 bekannt geben. Unklar sei offenbar noch, ob Merkel eine Kandidatur für die gesamte Legislaturperiode anstrebe.

Asyl im Erotikhotel

Tausende Menschen fliehen nach Deutschland, um Krieg, Gewalt und existentieller Armut zu entgehen. Im Juli sind so viele Aylbewerber wie noch nie zuvor in einem Monat angekommen. Länder und Kommunen müssen Unterkünfte für die Flüchtlinge finden - so entstehen Zeltstädte, aber auch Jugendherbergen oder Eissporthallen werden umfunktioniert.

Autobahnmeisterei: Zelte für rund 200 Menschen wurden im baden-württembergischen Neuenstadt auf dem Gelände einer früheren Autobahnmeisterei aufgestellt. Im Südwesten sind mehrere hundert Flüchtlinge in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal untergebracht.

Berg: Deutschlands höchstgelegene Flüchtlingsunterkunft befindet sich im Alpenvorland auf dem 1071 Meter hohen Auerberg. Bis zur nächsten Ortschaft ist es eine Dreiviertelstunde Fußmarsch.

Container: Seit Frühjahr baut Berlin auf eigenen Grundstücken sechs Wohncontainerdörfer mit insgesamt 2200 Plätzen auf. Drei davon sind schon bezogen. Auch in Bochum ist ein Containerdorf auf einer Friedhofswiese geplant, die allerdings als Bauland ausgewiesen ist.

Dienstwohnung: In Hannover hat der evangelische Landesbischof Ralf Meister einen Teil seiner Dienstwohnung für zwei Flüchtlinge abgetreten. Das katholische Bistum Osnabrück lässt zwei pakistanische Asylbewerber in seinem Priesterseminar wohnen.

Eissporthalle: Noch bis September wird in Bremen die Eissporthalle "Paradice" zur Unterbringung jugendlicher Asylbewerber genutzt, mit bis zu 80 Plätzen. Die Hansestadt funktionierte auch einen ehemaligen Supermarkt und einen Teil der Messehallen um. In Paderborn werden 200 Flüchtlinge ebenfalls in einer Eissporthalle untergebracht. Im

September könnte Schluss sein. Dann kommt das Eis.

Erotikhotel: Die Stadt Ronnenberg bei Hannover will ab Herbst ein nicht mehr benutztes Erotikhotel als Flüchtlingsunterkunft für 25 Menschen nutzen.

Jugendherberge: Immer mehr Jugendherbergen in Deutschland öffnen ihre Türen für Flüchtlinge. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben die Herbergswerke etwa vereinbart, in der kälteren Jahreszeit mindestens acht Häuser als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, wie Knut Dinter, Sprecher des Deutschen Jugendherbergswerks, berichtet. Mehr

als 1000 Menschen werden dort untergebracht.

Kaserne: In Südbrandenburg wird eine seit 2007 verlassene Bundeswehrkaserne in Doberlug-Kirchhain für neue Bewohner hergerichtet. Statt Fallschirmjägern oder Beamten nun Asylbewerber. Auch in Kiel-Holtenau leben mehrere hundert Flüchtlinge in umgebauten Kasernengebäuden des ehemaligen Marinefliegergeschwaders 5.

Konzerthalle: Erfurt überlegt, die Thüringenhalle als Notunterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. In der Konzerthalle könnten sie solange untergebracht werden, bis andere Unterkünfte gefunden sind. Und die werden in der Landeshauptstadt spätestens im September knapp. Deshalb sollen in den nächsten Wochen Container aufgestellt werden. Zelte als Notlösung schlossen mehrere Städte in Thüringen aus.

Leere Häuser im Braunkohlerevier: In Manheim im rheinischen Braunkohlerevier sind 70 Flüchtlinge in leeren Häusern untergebracht. Die Einwohner ziehen weg, weil das Dorf in Nordrhein-Westfalen dem Tagebau in den kommenden Jahren weichen muss.

Mietwohnungen: In Mecklenburg-Vorpommern wird es in den gut 20 Sammelunterkünften laut Innenministerium inzwischen sehr eng. In manchen Orten wurden zusätzliche Wohnungen angemietet. Im Nordosten musste man bislang aber weder Zelte errichten, noch Turnhallen mit Betten vollstellen. Nach Mecklenburg-Vorpommern kommen allerdings auch nur zwei Prozent aller Asylbewerber in Deutschland.

Rathaus: Im Schleswig-holsteinischen Reinbek wurde im Rathaus eine Wohnung für Flüchtlinge eingerichtet. Im münsterländischen Coesfeld wohnen Flüchtlinge in Büros der Bezirksregierung. Andere Gebäude, die früher mal öffentlich zugänglich waren und nun von Flüchtlingen bewohnt werden: ein ehemaliges Krankenhaus in Hechingen in Baden-Württemberg und die ehemalige Hauptpost in Kaiserslautern.

Schiff: In Hamburg wohnen Flüchtlinge seit fünf Monaten auf einem Wohnschiff. Die "Transit" hat 216 Plätze. Aber während woanders aus blanker Not Zeltstädte entstehen, bleiben auf der "Transit" meist einige Plätze frei. Die Treppen sind steil, die Feuerschutztüren zu schwer für Kinder, und es herrscht absolutes Rauchverbot. Zudem will mancher, der unter Lebensgefahr mit einem Boot übers Mittelmeer gekommen ist, nicht auf einem Schiff leben. In Mainz wurde die Idee eines Schiffs aus diesem Grund verworfen.

Sporthalle: Zurzeit dient eine Sporthalle in Neumünster für 350 Asylbewerber als Notunterkunft. Auch in Oldenburg wird auf dem ehemaligen Fliegerhorst unter anderem eine umgebaute Sporthalle genutzt, wo 100 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Berlin hatte bis Ostern acht Turn- und Sporthallen in Notunterkünfte umfunktioniert. Die sind jedoch an ihre Nutzer zurückgegeben worden.

Traglufthalle: Seit vergangenen Herbst leben in Berlin immer bis zu 300 Flüchtlinge in zwei Traglufthallen auf einem ehemaligen Fußballplatz in Mitte. In Düsseldorf sollen 600 Menschen in vier aufblasbaren, beheizbaren Traglufthallen mit festem Boden unterkommen. Mietkosten: 250.000 Euro monatlich.

Zeltstädte: In Sachsen-Anhalt reichen die 1000 regulären Plätze der Erstaufnahmeeinrichtung in Halberstadt nicht mehr. Nach kurzen Provisorien in Turnhallen entschied das Innenministerium, mit einer Zeltstadt Hunderte zusätzliche Schlafplätze zu schaffen. In Köln wird auf einer Bezirkssportanlage eine Zeltstadt aufgebaut. In Gießen und Wetzlar in Hessen gibt es bereits Zeltlager. An einer Zeltstadt für mehr als 1000 Menschen in Dresden kam es zwischen Rechten und Unterstützern der Flüchtlinge schon mehrfach zu Auseinandersetzungen.

Wrackteil der MH370 soll in Paris untersucht werden

Ob es sich wirklich um die Flugklappe einer Boeing 777 handelt, wollen Experten in Paris prüfen. Der Flug der Malaysia Airlines MH370 war im März 2014 von Kuala Lumpur nach Peking gestartet und kurz danach vom Radar verschwunden.

Das Sommermärchen ist vorbei

Til Schweiger bewegt die Menschen: mit seinen Filmen, mit seinen Geschichten, mit seiner Meinung. Der Schauspieler liebt klare Rollen und klare Kante, er teilt aus, und er steckt ein. Seit vielen Jahren macht er sich stark für Menschen, die sich schwach fühlen. In den vergangenen Monaten förderte er vor allem Flüchtlingsinitiativen. Vor einer Woche rief er über "Facebook" über 1,3 Millionen seiner sogenannten "Freunde" auf, eine Aktion des "Hamburger Abendblatts" zu unterstützen: Kleidung und Spielzeug zu sammeln für Flüchtlinge in Hamburg. Die Reaktion auf seinen Appell: viel Beifall. Aber auch blanker Hass. Ein Gespräch über Engagement in aufgeregter Zeit.

Wie kaum ein zweiter Prominenter nutzen Sie das Internet und mischen sich in Debatten ein. Wie kam es zu Ihrem aktuellen Aufruf für Flüchtlinge?

Mich hatte auf Facebook ein zwölfjähriges Mädchen angeschrieben: mit der Bitte, einen Hilfs-Aufruf an meine "Community" zu posten. Ich habe das dann gemacht, wohl wissend, dass es wieder Leute geben würde, die rummeckern. Die Organisatoren vom "Hamburger Abendblatt" hatten gehofft, zwei LKW mit Hilfsgütern füllen zu können. Es wurden zwölf, es war eine überwältigende Aktion. Normalerweise stellen sich in Deutschland Menschen an, wenn es was umsonst gibt. Hier standen sie, weil sie etwas zu geben hatten: Kleidung, Spielzeug, Großes wie Kleines.

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Das war das Positive daran. Aber Sie haben auch viel Ablehnung erfahren...

... Ja, mich erreichten ganz dumme, teilweise ekelhafte Kommentare. Ich habe dann bewusst, aufgehört zu lesen, ich war fassungslos und traurig und aggressiv zugleich. Einer bezeichnete syrische Flüchtlinge als "feige Bastarde", die ihre Familie in der Heimat im Stich lassen. Andere schrieben: "Halten Sie mal schön Ihr Maul, der Wind hat sich gedreht." Und das sind nicht mehr Leute, die sich hinter einem Batman oder einem Hobbit-Profil verstecken. Sondern die mit ihrem Namen zeichnen und auch ihr Bild dazustellen, mit Runen auf tätowierten Armen.

Und Sie schrieben dann zurück, diese Leute sollen sich von Ihrer Facebook- Seite "verpissen".  

Ja, was sonst? Du kannst versuchen zu argumentieren, aber das erreicht doch nicht Menschen, die hassen. Ich schreibe dann zum Beispiel den Leuten, die Pegida unterstützen: "Ihr geht auf die Strasse, weil Ihr Angst habt vor den Islamisten. Diese Angst ist ja nicht unbegründet. Aber ausgerechnet die Menschen, die vor dem Terror der Islamisten flüchten, sollten bei uns nicht willkommen sein?" Diese Menschen haben das Schlimmste erlebt, Tod und Vertreibung und Vergewaltigung, kommen mit nur einem Hemdchen her und sitzen bei uns nur rum, warten von einem Essen zum anderen, weil sie sonst nichts zu tun haben oder nichts zu tun haben dürfen. Und draußen tobt der Mob, der will sie anzünden. 

Und Sie glauben, Sie können bei diesen Leuten mit Ihrer Sicht auf die Dinge etwas bewirken?

Ich bilde mir das nicht ein, ich bin auch nicht der Fachmann in Flüchtlingsfragen. Ich weiß auch nicht, wie man das Problem löst, das masse ich mir nicht an. Ich kann verstehen, wenn mir Leute schreiben, dass sie selbst kaum über die Runden kommen, dass sie Angst haben, sie bekommen weniger Geld, wenn es auf der anderen Seite mehr Geld für Flüchtlinge gibt. Es gibt sehr viele arme Menschen in Deutschland, besonders Kinder sind betroffen. In Berlin gilt mittlerweile jedes zweites Kind als arm...

...dann verstehen Sie deren Zorn also?

Ja. Aber ich sage denen auch: Ihr sollt eure Meinung äußern, aber ihr habt ein Dach über dem Kopf, ihr lebt in Frieden. Obwohl sich das auch ruckzuck ändern kann. Jeder weiß, wie fragil die Verhältnisse sind auf der Welt. Vielleicht müssen die, die sich heute über Flüchtlinge erheben, eines Tages selbst fliehen.

Sind Sie wirklich erstaunt, dass so viele Menschen Böses schreiben?

Ich bin überrascht von der Vehemenz an Gefühllosigkeit . Und dieser Angst, dass diese armen Menschen, die nichts haben, außer ihrem Leben, ihnen etwas wegnehmen könnten.

Was sagen denn Ihre Freunde und Kollegen zu dem, was Sie gerade erleben?

Also, viele klopfen auf die Schulter. Und dann sag ich ihnen: "Ey, das brauche ich nicht, mach lieber selber deinen Mund auf." Jan Josef Liefers hat mir jetzt vor zwei Tagen als Einziger geschrieben, "Til, ich habe die Schnauze voll, lass' uns was machen, lass uns treffen." Ok, sag' ich, ich bin bereit. Aber bevor wir uns darüber beschweren, dass sich aus der Unterhaltungsbranche jetzt nur der Liefers gemeldet hat, sage ich: Reden wir doch lieber mal über Journalisten und Politiker. Ich glaube, es gibt zu wenig Journalisten, denen Mitgefühl und Mitmenschlichkeit wichtig sind. Es gibt sie, aber es sind zu wenige! Und es gibt zu wenige Politiker, die klar Position gegen diesen Hass beziehen.

Immerhin hatte sich vor wenigen Tagen der Vizekanzler Sigmar Gabriel bei Ihnen gemeldet, nachdem Sie auf Facebook gepostet hatten, "Frau Merkel, Herr Gabriel, bitte übernehmen Sie".

Die Kanzlerin wandert in Südtirol, Gabriel meldete sich, ich rief zurück. Er baute gerade im Urlaub an der Ostsee eine Sandburg für seine Tochter. Ich meinte, das ist wichtiger, aber er sagte, nee, jetzt sprechen wir. Er musste sich eine halbe Stunde meinen Frust anhören. Und dann lud er mich ein, mit ihm zusammen Flüchtlingsheime zu besuchen.

Das könnten Sie auch ohne ihn tun, oder?

Aber eben auch mit ihm. Ich habe sehr geschätzt, dass er sich gemeldet hat. Und schon schrieben die ersten Journalisten: Wow, da haben sich die Richtigen gefunden,! Der Gabriel wird sogar in seiner eigenen Partei gedisst, und ich bin es ja schon gewohnt, gedisst zu werden. So nach dem Motto "Zwei Loser verbünden sich, um gut da zu stehen".

Gabriel war auch bei den Pegida-Leuten in Dresden, das kam nicht überall gut an.

Wieso eigentlich? Mein Kumpel Xavier Naidoo war in der Presse plötzlich ein Nazi, weil er mit diesen Leuten diskutieren wollte. Ich habe gedacht, was geht denn jetzt ab!? Wenn einer kein Nazi ist in diesem Land, dann ist es Xavier! Ich würde auch versuchen, mit diesen Leuten zu diskutieren und versuchen, sie zu überzeugen, dass sie falsch liegen. Auch wenn ich wenig Hoffnung hätte, auf Gehör zu stoßen.

"In der Presse": Klingt so wie "die Politiker"...

...gut, reden wir von Typen, die nur darauf aus sind, andere zu diskreditieren. Die sich selbst wichtig machen, in ihren geilen, sicheren Büros sitzen und schlaue Sätze absondern. Sich über jeden und alles erheben und Leuten wie Jürgen Todenhöfer, der den Mut hat, in den IS-Staat zu reisen, unterstellen, er stelle die falschen Fragen. Oder Fragen, die keinem wehtun. Statt zu sagen: Der Mann traut sich was, der hat Eier in der Hose, die ich nicht habe.

Dann geht's also bald mit Gabriel und Schweiger in Flüchtlingsheime?

Nach dem 15. September. Dann habe ich den Kino-"Tatort" abgedreht, dann habe ich mehr Zeit. Und ich werde dafür Zeit haben. Gabriel meinte, wenn er Journalisten einlädt, mit ihm Flüchtlingsheime zu besuchen, kämen die wenigsten mit. Ich hatte bisher auch nicht davon gehört, dass er dort gewesen ist.

Schweiger 13.20

Verbinden Sie mit dieser Tour eine Hoffnung?

Ich will, dass Flüchtlinge bei uns menschenwürdig empfangen und versorgt werden. Gabriel versuchte mir zu erklären, dass unsere Städte unter der finanziellen Last fast zusammenbrechen, und der Staat am Ende auch zu wenig Geld habe. Ich sagte dann in meinem Frust: Das gibt es doch nicht. Wir haben genug Geld, um Banken zu retten und andere Länder mitzufinanzieren und auch Geld dafür, dass Frösche nicht auf Autobahnen überfahren werden, dafür bauen wir Brücken. Es ist doch so: Wir Deutschen haben bisher am meisten vom Euro profitiert, zumindest die Industrie. Wir haben Milliarden Steuer-Überschüsse. Dieser sogenannte Soli für den Osten - das ist doch eine versteckte Steuer, keiner weiß heute mehr, wofür. Wie wäre es mit einem Solidaritätsbeitrag für Flüchtlinge? Aber ich werde mehr tun, als nur zu fordern. Ich werde mich einklinken. Freunde von mir werden eine ehemalige Kaserne umbauen zu einem großen und schönen Heim für Flüchtlinge. Meine Freunde haben sich viele Häuser angeschaut in Deutschland, in vielen herrschen schreckliche Verhältnisse, da brauchen wir keine Bilder aus anderen Ländern und uns darüber aufregen, wie schlimm es da ist. Es ist auch nicht schön, in Deutschland ein Flüchtling zu sein.

Til Schweiger auf dem Weg in die Politik, richtig?

 Ich hatte mal eine Zeit lang Ambitionen, ich bin ja erst vor zwölf Jahren aus der SPD ausgetreten. Aber mein Verstand sagte mir dann, in der Politik kannst du weniger bewegen. Da ist zum Beispiel dieser Vorschlag vom Chef der Polizeigewerkschaft, der hat endlich mal was Vernünftiges gesagt, der Herr Wendt: Dass man um die Flüchtlingsheime eine Schutzzone ziehen müsste, so eine Art Bannmeile. Dass sich keine Nazis oder anderen Typen den Flüchtlingen nähern dürfen. Schlimm genug, dass wir in Deutschland so etwas brauchen. Von diesem Vorschlag also habe ich Gabriel erzählt. Der sagte gleich "Das können Sie vergessen, das wird nicht funktionieren, unser Grundgesetz garantiert Versammlungsfreiheit, eben auch für die, die gegen Flüchtlinge demonstrieren." Es ist an der Zeit, endlich laut zu werden und für die Rechte von Flüchtlingen zu streiten. Wo ist die Empörung, wo der Aufschrei?

Sie sind doch gerade dabei.

Aber es müssen mehr Menschen mehr tun, eben auch Politiker. Es sind zu viele Leute unterwegs, die unsere Demokratie verachten. Aber Demokratie ist kein Selbstläufer. Für sie muss man kämpfen. Man muss sie beschützen. Und man muss sich ein bisschen in Geschichte auskennen, um einschätzen zu können, was gerade passiert.

Was meinen Sie damit?

Die Geschichte Deutschlands ist eine von Flucht und Vertreibung. Wenn wir nur in die jüngere Zeit zurückschauen: Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es innerhalb Deutschlands große Wanderbewegungen von Ost nach West. Mehr als 15 Millionen Menschen waren unterwegs. Später haben Hunderttausende die DDR verlassen. Ich habe einen Artikel aus der "Welt" weitergepostet, darin stand, dass heute jeder 25- bis 65-jährige Ostdeutsche mehr oder minder ein Migrant ist oder war. Eine sehr gewagte These, aber plausibel dargestellt. Es ist doch so: Sehr viele Menschen aus dem Osten Deutschlands haben sehr viel auf sich genommen, um zu fliehen. Man könnte auch sagen: Vor und nach der Maueröffnung waren in Deutschland sehr viele Wirtschaftsflüchtlinge unterwegs. Und derzeit habe ich das Gefühl, das viele, die auch eine Fluchtgeschichte hinter sich haben, sich über andere Flüchtlinge erheben. Die meisten Menschen leben nach dem Muster: Wenn ich die Fresse halte, geht es mir am besten. Bleib mir fort mit dem Elend der anderen.

Viele Menschen fühlen sich auch schlichtweg überfordert. 

Wenn ich ehrlich bin, hat es mich lange Zeit auch nicht beschäftigt. Vor ein paar Jahren habe ich doch eher süße Katzenvideos gepostet oder Selfies, wenn es mal wieder einen neuen Film zu vermarkten gab. Aber ich habe mittlerweile zu viele Bilder gesehen von Flucht und Vertreibung, schlimme Bilder. Ich weiss ungefähr, was los ist in der Welt. Und ich kann und werde nicht mehr wegschauen. Ich glaube im übrigen auch, dass unsere Fernsehkultur nicht sonderlich das Mitgefühl fördert.

Wie meinen Sie das?

Setzen Sie sich mal einen Tag bewusst den Sendungen im Fernsehen aus, egal, ob privat oder öffentlich-rechtlich. Reißerische Meldungen, Hysterie allerorten und Casting-Shows, in denen sich Menschen gegenseitig beleidigen oder vorgeführt werden. Da bietet ein Dieter Bohlen mit seiner Häme fast schon Qualitätsfernsehen. Leute, lasst uns wieder lernen, miteinander zu sein. Nicht gegeneinander zu leben!

Sie sind ein Träumer.

Und Deutschland ist auch dafür gut. Was war das für eine schöne Stimmung 2006, als sich Deutschland das sogenannte Sommermärchen erzählte. Es war so eine gute Zeit, alle schrieben, von der "New York Times" bis zum "Guardian", die Deutschen sind cool.

Sind sie das nicht mehr?

Das ändert sich grade, weil immer weniger Menschen emphatisch sind. Das ist mein Gefühl. Da verschiebt sich was in unserer Gesellschaft, und das zeigt sich eben auch im Umgang mit Flüchtlingen. Wir haben jetzt schon mehr Anschläge auf Flüchtlingsheime als im vergangenen Jahr. Das Sommermärchen ist vorbei. 


Hier finden Sie Informationen zur stern-Aktion Mut gegen rechte Gewalt

Sohn von Franz Beckenbauer gestorben

Der FC Bayern trauert um Stephan Beckenbauer. Der Sohn von Fußball-Legende Franz Beckenbauer und langjährige Jugendtrainer der Münchner sei in der Nacht zum Samstag im Alter von 46 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben, schrieb der deutsche Rekordmeister in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Familie Beckenbauer.

Stephan Beckenbauer hinterlässt seine Frau und drei Söhne. Er hatte 2012 die Leitung der U17 bei den Bayern abgegeben und sollte danach die Talentsichtung bei den Allerjüngsten übernehmen. Beckenbauer lief in der Bundesliga für den 1. FC Saarbrücken auf und spielte unter anderem auch für 1860 München und die Bayern-Amateure.

#Landesverrat - Generalbundesanwalt ohne Maas und Ziel

"Harald Range, übernehmen Sie!", haben wir den Generalbundesanwalt (GBA) zuletzt hier an dieser Stelle aufgefordert. Prompt hält sich der Mann daran. Allerdings anders, als es gemeint war. Anstatt sich endlich zu trauen, gegen die NSAund andere Geheimdienste wegen Spionage zu ermitteln, stürzt er sich jetzt auf die kritischen Journalisten von netzpolitik.org und leitet ein Strafverfahren gegen sie ein wegen – Achtung! - "Landesverrats". Darauf steht laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr, in schweren Fällen sogar bis zu fünf Jahren. 

Das rief prompt seinen obersten Dienstherrn auf den Plan. Er habe Zweifel daran, erklärte Justizminister Heiko Maas dass es sich bei den veröffentlichten Dokumenten "um ein Staatsgeheimnis handelt, dessen Veröffentlichung die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland herbeiführt". Und selbst im Bundeskanzleramt sieht man Ranges Vorstoß mit Missfallen.

Preis als "Ausgezeichneter Ort" von Deutschland

Da bin ich jetzt schon sehr auf den kommenden Mittwoch gespannt, an dem die Blogger von "Netzpolitik" einen Preis bekommen sollen - als "Ausgezeichneter Ort" von Deutschland – Land der Ideen, einer "gemeinsamen Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Industrie". Schirmherr ist niemand anderes Bundespräsident Joachim Gauck. In der Begründung für die Auszeichnung heißt es unter anderem:

"Eine Plattform engagiert sich für ein offenes Web und informiert über Netzpolitik (...) Die Macher des Weblogs netzpolitik.org engagieren sich seit über zehn Jahren für ein offenes Netz und die digitalen Rechte der Bürger. Ziel ist es, rund um alle Themen zu informieren, die der digitale Wandel mit sich bringt – ob für Kultur, Politik oder Gesellschaft – und eine breite öffentliche Debatte anzustoßen. Mit Erfolg: Der preisgekrönte Weblog prägt seit über zehn Jahren den netzpolitischen Diskurs in Deutschland und ist zu einer wichtigen Stimme in der Medienlandschaft geworden."

"Abgrund von Landesverrat"

Fragt sich jetzt nur, wie lange noch. Dass Strafverfolger mit solch schwerem Geschütz gegen Journalisten vorgehen, kommt nicht alle Tage vor. Der letzte und zugleich spektakulärste Fall dieser Art war die "Spiegel-Affäre" in den 60er-Jahren, in der es auch um angeblichen Landesverrat, ja sogar um einen "Abgrund von Landesverrat" (so der damalige Kanzler Adenauer) ging. Der Ausgang ist bekannt: "Spiegel"-Chef Rudolf Augstein musste damals für einige Wochen in den Knast, ein Verteidigungsminister namens Franz Josef Strauß musste seinen Hut nehmen, weil er a) allzu forsch gegen die Journalisten vorgegangen war und es b) mit der Wahrheit im Bundestag nicht allzu genau genommen hatte, und in der Bundesrepublik formierte sich eine demokratische Öffentlichkeit zur Verteidigung der Pressefreiheit.

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Das vermeintliche Verbrechen damals: Das Nachrichtenmagazin hatte in der Hochzeit des Kalten Kriegs enthüllt, dass die Bundesrepublik bei einem Angriff der Sowjetarmee praktisch überrannt worden wäre; die Bundeswehr war, so der "Spiegel" damals nach einer Nato-Klassifizierung, allenfalls "bedingt abwehrbereit". Das hätte, jedenfalls nach Meinung des damaligen Verteidigungsministers Strauß, die bundesdeutsche Bevölkerung nie erfahren dürfen.

Das darf die Bevölkerung nicht wissen

Das vermeintliche Verbrechen heute: Die Netzpolitiker enthüllten unter anderem aus "nur für den Dienstgebrauch (VS)" klassifizierten Dokumenten, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz für mehrere Millionen Euro eine neue Einheit zum Ausbau der Internet-Überwachung errichtet. Über 75 Spione, so netzpolitik.org, sollen Chats und Facebook überwachen, Bewegungsprofile und Beziehungsnetzwerke erstellen sowie "verdeckte Informationen erheben“. Das gehe aus dem Konzept zur "Erweiterten Fachunterstützung Internet“ hervor, das auf der netzpolitik-Plattform veröffentlicht wurde. Außerdem stellten die Blogger unter der Überschrift auch noch den geheimen Haushaltsplan aus dem Jahr 2013.

Aus dem Plan gehe hervor, so "Netzpolitik", dass der Verfassungsschutz daran arbeitet, massenhaft Internet-Inhalte zu erheben und auszuwerten, darunter Kontaktlisten und Beziehungsgeflechte bei Facebook. Demnach, so "Netzpolitik“ weiter, habe der Inlandsgeheimdienst 2,75 Millionen Euro für den Posten "Technische Unterstützung des Prozesses Internetbearbeitung“ veranschlagt. Auch das, so scheint es, darf die bundesdeutsche Bevölkerung nicht wissen. Heimlichtuerei der Behörden wie einst bei der "Spiegel“-Affäre.

Was ist Verrat?

Auch jetzt erhebt sich ein Sturm der Entrüstung (vulgo "shitstorm“), was den Generalbundesanwalt flugs zu der Beschwichtigung veranlasste, er werde auf die möglichen "Exekutivmaßnahmen“ verzichten, also Hausdurchsuchungen und so weiter, und die Ergebnisse eines Rechtsgutachtens abwarten, mit dem die wichtigsten Fragen in diesem Fall überhaupt erst geklärt werden: Ist die Veröffentlichung der fraglichen Dokumente wirklich Landesverrat? Ist dadurch die äußere Sicherheit des Staates gefährdet? Und ist der Haushaltsplan des Verfassungsschutzes wirklich ein Staatsgeheimnis?

Ähnliche Fragen hätten sich die Verfassungsschützer und Strafverfolger auch in Bezug auf die NSA-Spionage in Deutschland stellen können: Verstößt die mutmaßliche Überwachung der deutschen Bevölkerung durch die Geheimdienste der USA gegen das Völkerrecht? Werden hier – über das Abhören der Handys von Kanzlerin Merkelund Ex-Kanzler Schröder hinaus – massenhaft Straftaten begangen, denen ein Ankläger nachgehen muss?

Lieber gegen Blogger als gegen NSA

Die Völkerrechtsexperten, die der Ausschuss anhörte, waren sich übrigens einig: Wenn ausländische Geheimdienste in einem fremden Land physisch präsent seien und selbst Spionage betrieben, verstießen sie eindeutig gegen das Völkerrecht. Wäre ja mal ein Ansatzpunkt für Ermittlungen beispielsweise gegen den SCS (Special Collection Service) der NSA, der offenbar vom Gebäude der US-Botschaft in Berlin aus das Regierungsviertel belauscht.

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Aber Generalbundesanwalt Range und Verfassungsschutzpräsident Maaßen, der im übrigen mit seiner Strafanzeige die Ermittlungen gegen "Netzpolitik" ins Rollen brachte, machen derzeit nicht den Eindruck, als wollten sie sich Rat von Politikern im allgemeinen und den NSA-Ausschussmitgliedern im besonderen holen. Eher schon scheinen sie diese misstrauisch als mögliche Informanten der "Netzpolitik"-Blogger und anderer kritischer Beobachter zu beäugen.

Deutscher Snowden befürchtet

"Netzpolitik"-Chefredakteur Markus Beckedahl liegt deshalb sicher nicht falsch, wenn er angesichts des Strafverfahrens erklärt: "Wir sehen das weiterhin als massiven Einschüchterungsversuch, der nicht nur gegen uns, sondern gegen alle kritischen Journalisten und Blogger gerichtet ist, die Licht ins Dunkel des Überwachungskomplexes bringen wollen. Und es ist klar ein Einschüchterungsversuch gegenüber allen potentiellen und realen Quellen in Behörden und im politischen Berlin. Und das ist ein Angriff auf die Pressefreiheit." Und die "Zeit" vermutet, Ranges Verbündeter Maaßen fürchte "einen deutschen Snowden", den er mit dem rabiaten Vorgehen verhindern wolle.
Eines haben Range und Maaßen auf jeden Fall schon geschafft: Den "Netzpolitikern", die bisher nur Insidern bekannt waren, haben sie zu nationaler Berühmtheit verholfen. Und ab nächsten Mittwoch sind sie dann auch noch ein mit dem Segen des Bundespräsidenten "ausgezeichneter Ort".

 

Das Sommerlochcamp

Wie heißt es so schön? Man solle vorsichtig sein mit seinen Wünschen - sie könnten in Erfüllung gehen. Wer jemals am Ende von vierzehn Tagen Dschungelcamp gedacht hatte, Mensch, jetzt ein Jahr warten, wie schön wäre doch eine halbjährliche Camp-Zugabe als Mittsommer-Methadon, dem dürfte schon nach der ersten Folge von "Ich bin ein Star - lasst mich wieder rein" das Lachen vergangen sein.

Das Sommerlochcamp

Dabei fing alles verheißungsvoll an, die rasant geschnittenen Bilder aus einer Dekade Camp-Koller waren zum Zungeschnalzen. Und die O-Töne erst: "Manche Leuten gehn runten. Sterben sehn. Da war son Grundhass. Er is nis eine starke Mann. Nis im Kopf, nis im Körper" - man möchte sich vor lauter Begeisterung über solche Sätze mit Brigitte Nielsen zum Kleiner-Feigling-Saufen in eine öffentliche Grünanlage legen. Bis man die dynamische Dänin jedoch wiedersieht, vergehen noch ein paar Tage.Sommer-Dschungel_18.15

Aber auch die Premierensendung der Sommerloch-Überbrückung von RTL nahm zu Beginn gefangen. Ingrid van Bergen ohne Perücke - das löste Hochachtung aus. Zumindest so lange, bis man feststellen musste, dass es sich um Werner Böhm handelt. Dem Wendehals aus der ersten Staffel hatte man den unvergessenen Maden-Monarchen Costa Cordalis zur Seite gestellt und dazu Dustin Semmelrogge. Also, Martin Semmelrogge - okay. Aber hatte Dustin irgendjemand noch hier - klopfen an die Schläfe - abgesaved? Nicht wirklich. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, was da möglich gewesen wäre: Daniel Küblböck. Caroline, das Beil. Lisa Fitz. Alles Lichtgestalten der ersten Staffel.

Stattdessen bekam man also genau jenen Vertreter, der zum allerersten Mal überhaupt jenen legendären Satz in den australischen Himmel gebrüllt hatte: Ich bin ein Star - holt mich hier raus.

Worauf sollte man neidisch sein? 

Genau dem sollte man nun abnehmen, dass er unbedingt noch einmal hinein wollte? Nicht wirklich, oder? Costa Cordalis war da schon aus ganz anderem Leder. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mannomann, der Wein von Samos - der König von 2004 sieht mittlerweile aus wie Gene Simmons unmasked, der als Michael Jackson zum Karneval geht. Dass der On-Off-Pleitier jedoch immer noch ein dickeres Fell hat als Varoufakis und Tsipras zusammen, dürfte spätestens am Ende der Sendung jedem klar geworden sein.

Nun hatte man ihm mit bereits erwähntem Semmelrogge junior und Werner Böhm nicht eben Gegner auf Augenhöhe zur Seite gestellt. "Es gibt keinen Neid unter uns", konstatierte ersterer und in der Tat: Worauf sollte man bei diesen Mitgefangenen neidisch sein? Und Böhms Werner? Der hatte zumindest ein paar knackige Zeilen auswendig gelernt: "Ganz Deutschland wird sagen: Da ist der wahre König Böhm". Nun gut, sagen kann man viel. Am Ende hatte der Grieche, wie schon einst anno 2004, da "Hartz IV" zum Wort des Jahres wurde, die gemachte Nase vorn.

Funktioniert hat das noch nicht wirklich, da konnte dem trüben Triple noch so viel Schlamm und Schmodder in der Duschkabine über den gebückten Körper geschüttet werden. Ohne Psychokrieg, nächtliches  In-den-Wald-fäkalieren und barbusiges Tümpeltauchen, ohne Pritschen-Getuschel und wehende Unterbüxen im Nachtwind, dazu vor einem Publikum, dass augenscheinlich schon drei Aufzeichnungen mit Oliver Geißen hinter sich hatte, ist das Dschungelcamp - dazu noch ohne Dschungel - nicht einmal der halbe Spaß. Jetzt müssen es Willy Herren, Spenge und der Rest der Gang richten.

Kräftemessen der Saison-Favoriten - Pep will den Titel

Für Pep Guardiola geht es nach zwei Niederlagen ums Prestige, und auch für Klaus Allofs ist der Supercup mehr als nur eine Standortbestimmung. Zwei Wochen vor dem Bundesligastart kämpfen Bayern München und der VfL Wolfsburg am Samstag (20.30 Uhr/ZDF/Sky) um den ersten offiziellen Titel der neuen Fußball-Saison. "Dieser Pokal fehlt uns noch. Es wäre schön, wenn wir die Vitrine auffüllen könnten", sagte VfL-Manager Allofs vor dem Kräftemessen der beiden Top-Teams des Vorjahres.

"Für mich ist das ein großer Titel, und Wolfsburg ist ein großer Gegner", sagte Bayern-Trainer Guardiola am Freitag. "Es ist ein Nachteil, dass wir in Wolfsburg spielen", fügte er hinzu. Nach den beiden Supercup-Pleiten gegen Dortmund 2013 und 2014 wäre eine dritte Schlappe ein schwarzer Fleck in seiner Vita. Auch die deftige 1:4-Schlappe Ende Januar beim Rückrundenstart in Wolfsburg hat der Katalane nicht vergessen. "Ich habe aus diesem Spiel gelernt, hoffentlich", betonte Guardiola.

Einsatz von De Bruyne und Vidal unsicher

Beide Teams sind mit außergewöhnlichen Spielern gespickt, doch der Einsatz ihrer Superstars im Supercup ist fraglich. Bei Pokalsieger Wolfsburg droht Kevin De Bruyne auszufallen. Der frisch gekürte Fußballer des Jahres, dessen Zukunft beim VfL trotz eines Vertrages bis 2019 unklar ist, leidet an Rückenproblemen. Bei Meister Bayern ist der Fokus auf Arturo Vidal gerichtet. Ob der 37-Millionen-Zugang von Juventus Turin nach vier Tagen Training mit seinen neuen Kollegen eingesetzt wird, ließ der Guardiola offen.

Er will doch nur spielen Wolfsburg-Star Kevin De Bruyne (2197752)

"Wir haben einen guten Spieler mit einer großen Erfahrung und großen Qualität bekommen. Er wird uns helfen mit seinem Charakter und seiner Persönlichkeit. Aber wir können nicht nur mit Vidal gewinnen", erklärte der Trainer. Etwas überraschend könnte der zuletzt angeschlagene Flügelspieler Arjen Robben ins Team rücken.

Lewandowski heiß auf Supercup-Titel

"Es gibt immer einen Weg, Bayern München zu schlagen. Dazu benötigen wir die notwendige Frische", sagte VfL-Coach Dieter Hecking. Bei der 4:1-Sternstunde zeigten seine Spieler wie es geht. Eine Wiederholung ist aber kein Automatismus, zumal Leistungsträger wie der Ex-Münchner Luiz Gustavo (Trainingsrückstand) pausieren. "Es ist noch Vorbereitung", betonte Hecking und fügte hinzu: "Es werden vielleicht nicht alle spielen, die auch am ersten Bundesliga-Spieltag dabei sind."

Vidal-Wechsel 15.20

Weil die Münchner Verteidiger Holger Badstuber, Dante, Javi Martínez und Jan Kirchhoff verletzt sind, stellt sich die Defensivformation quasi von selbst auf. Im Mittelfeld hat Trainer Guardiola dagegen ein Überangebot, und im Angriff dürften Thomas Müller, Robert Lewandowski und Zugang Douglas Costa erste Wahl sein. "Wir möchten mit einem Titel in die neue Saison starten", sagte Torjäger Lewandowski.

Das ist den Münchnern bereits viermal gelungen. "Der Verein will ohnehin jeden Titel", erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Der VfL Wolfsburg betritt Neuland. Der Meister von 2009 verlor zwar danach das Duell gegen Pokalsieger Werder Bremen mit 1:2, die Partie zählt aber nicht als offizielles Supercup-Spiel.

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